Holzhacker- und Flößerverein 1865 Lenggries e.V.
Holzhacker- und Flößerverein 1865 Lenggries e.V.

Über uns

Der Holzhackerverein 1865 - 1951

 

Laut Überlieferung wurde der Holzhackerverein 1865 von Peter Hohenauer, Mathias Hammerl, Josef Lindner (Schmick) Marie Noderer, Josef Rechthaler (Göbl) Ursula Willibald (Dullpaperl) und Jakob Wenig (Wendler) gegründet. Ein Einschreibbuch, in das die Mitglieder mit ihren Eintrittsdaten und den entrichteten Beiträgen eingetragen wurden, ist erst ab 1901 vorhanden. Obwohl von einer Vorgängervereinigung nichts bekannt ist, kann man davon ausgehen, dass die Holzer auch bereits lange vorher ihrem Patron gehuldigt und Jahrtagsmessen bestellt haben.


Seit der Chronikführung ab 1901 erbrachte der Vereinsjahrtag 1912 einen Besucherrekord: Damals beteiligten sich ohne Frauen 143 Gäste an der Zeche, Mitglieder bezahlten 3 Mark, Nichtmitglieder 3 Mark 50.
Der Beitrag wurde beim Jahrtag bezahlt, er wurde für die entstandenen Ausgaben für Musik, aber auch für einige „Kistl Zigarren und Schleifen" verwendet.


Nach dem Zweiten Weltkrieg fand der erste Holzerball im Oktober 1947 statt. Bald stand auch die Frage nach einer Fusion mit den Flößern an. Nach Darstellung von Holzer-Vorstand Thomas Bocksberger löste sich die (eigentlich 1934 in den Flößerei-Interessenverband zwangseingegliederte) Flößer-Innung 1951 auf: "Die Flößer-Innung hat sich aufgrund der Auflösung des Vereins an den Holzer-Verein mit einverleibt." Der neue Verein wurde "Holzhacker- und Flößerverein 1865 Lenggries" genannt.

 

 

Vereinsgeschichte ab 1951

 

Dem Zusammenwachsen standen - wie sollte es anders sein - die alten Rivalitäten entgegen. Nach nun mehr als 60 Jahren "Bindestrich-Verein" sollte zusammengewachsen sein, was tatsächlich zusammengehört:

Holzarbeit und Holzbringung.
Denn die Flößerei ist in ihrem Ursprung nichts anderes als eine Form der Holzbringung, auch wenn sie ebenso auf eine lange, stolze Geschichte als Waren- und Personen-Transportmittel zurückblicken kann.

In Ermangelung weiterer Daten hat der Verein die Jubiläen des vormaligen Holzhackervereins begangen. So feierte man Ende September 1965 mit vielen hiesigen und auswärtigen Vereinen das 100-jährige Bestehen. Zum 125. Jahrtag 1990 schrieb Wilhelm Kümmerle im Tölzer Kurier:

 

"Da war was los! Der Kirchenzug hatte eine Länge, dass ein Unbeteiligter hätte glauben können, Lenggries bestehe nur aus Holzhackern und Flößern. Das Jubiläum war im August mit einem großen Programm gefeiert worden. Das 150-jährige Jubiläum wurde ebenfalls im August 2015 stattlich gefeiert.

 

Im "Tölzer Kurier" stand am 09.08.2015, verfasst von Veronika Ahn-Tauchnitz, zu lesen:

 

„Mit Festabend, Gottesdienst und Festzug feierte der Lenggrieser Holzhacker- und Flößerverein am Wochenende sein 150-jähriges Bestehen. Vor allem die gestalteten Festwagen hatten das Gschau.“

Um 10 Uhr begann der Festgottesdienst im Kurgarten. Zahlreiche Gläubige hatten sich unter den Schatten spendenden Bäumen versammelt, während die Fahnenabordnungen der Vereine neben dem Pavillon Aufstellung nahmen. Vereinsvorsitzender Mathias Mederle begrüßte kurz und hoffte, „dass Sie mit uns heute in gebührender Weise feiern“. Musikalisch umrahmt wurde die Messe von der Lenggrieser Blaskapelle. Unter den Besuchern waren auch einige Gäste aus den bretonischen Partnergemeinden, die Pfarrer Josef Kraller mit einem „Bonjour“ willkommen hieß.

„Zieh einen Fisch aus dem Wasser, und er ist tot. Genauso geht es dem Menschen, der ohne Gott lebt.“ Um dieses Zitat des heiligen Pfarrers von Ars drehte sich Krallers Predigt. Wer der Meinung sei, Gott sei nicht da und erhöre nicht die Gebete, sei auf dem falschen Weg. „Aber wer zu Gott kommt, der bekommt eine ganz besondere Kraftquelle“, so Kraller. Dessen seien sich auch die beiden Heiligen bewusst gewesen, die der Holzhacker- und Flößerverein zu seinen Schutzpatronen erwählt hat: Der heilige Vinzenz, der den Märtyrertod starb, und der heilige Johannes Nepomuk. „Ich freue mich immer, wenn ich über die Isarbrücke gehe, und diesen Heiligen anschauen darf, wie er da steht mit dem Kreuz in der Hand“, sagte Kraller über die Nepomuk-Figur, die der Verein vor einigen Jahren hatte aufstellen lassen.

Der Pfarrer wünscht sich, dass die Holzhacker und Flößer „diese beiden Heiligen immer mit hinein in ihr Vereinsleben nehmen“.

Beim Festzug durch die Marktstraße und ins Festzelt säumten dann zahlreiche Schaulustige die Straße. Vorne weg marschierten die Lenggrieser Antlaßschützen. Mit dabei waren auch Vereine aus der Jachenau, Garmisch-Partenkirchen, Grainau, Mittenwald und Kreuth. Eine Abordnung stammte aus Klingenbrunn im Bayerischen Wald. Hier besteht seit den 90er-Jahren eine lose Partnerschaft. Da wurden Holzschlitten durch die Marktstraße gezogen, Pferde transportierten lange Stämme, während auf anderen Wagen Kinder die Heuarbeit erledigten oder sich vor einer Almhütte ausruhten. Besonders schweißtreibend war die Arbeit auf dem Wagen, auf dem ein Baum entastet und entrindet wurde, während dahinter im Holzer-Kobel auch noch ein Feuer brannte. Den Abschluss bildete ein großes Isarfloß.

„Die haben sich ja eine Mordsarbeit gemacht“, kommentierte ein Zuschauer am Straßenrand und nickte anerkennend, während sich der Festzug langsam in Richtung Zelt bewegte. Dort hatte am Vorabend nach Kirchenzug und Totenehrung bereits der Festabend stattgefunden. Nach einem Grußwort von Bürgermeister Werner Weindl, in dem er dem Verein für die Bewahrung der Traditionen dankte, überreichten unter anderem die Klingenbrunner und Martin Spreng von der Internationalen Flößervereinigung Geschenke.
Weiter gefeiert wird übrigens im Juni 2016: Dann findet in Lenggries das Internationale Flößertreffen statt.

 

Vom Tölzer Kurier stammen auch die Bilder, welche Sie unter dem Button Bilder sehen können.

 

Im Jahr 2014 hätte man das 320-jährige Jubiläum der frühesten uns bekannten Erwähnung der vereinigten Flößerfeiern können. Seine Symbole hat der Verein stets in Ehren gehalten und gepflegt. So ließ man im Winter 1982/83 für viel Geld sowohl die Fahne als auch die Standarte instand setzen. Im Winter 1994/95 wurden die Tragfiguren des Vereins, der St. Nikolaus und der St. Johannes von Nepomuk restauriert.

 

Indem man im Juni 1990 eine Johanni-Floßfahrt von der Almbach-Mündung bis zur Isarbrücke in Lenggries durchführte, griff man eine alte Tradition auf.

Den Verstorbenen des Vereins zu Ehren richteten Vereinsmitglieder unter der Führung von Vorstand Mathias Mederle im Mai 1997 auf dem Grasbergkopf (1753 m) ein Kreuz auf. Bei nasskalter Witterung wurde das Fundament betoniert, Ende Mai dann die beiden Lärchenbalken auf den Schultern hinauf getragen - ein ganz besonderer Kreuzweg. Mitte Juli konnte das Kreuz gemeinsam mit 200 Gästen im Rahmen einer Bergmesse eingeweiht werden.

Auch die Vereinsstruktur bedarf hin und wieder der Überarbeitung. Nach dem entsprechenden Beschluss der Hauptversammlung im Oktober 1991 dauerte es noch bis 2002, die Satzung anzupassen, um die Gemeinnützigkeit zu beantragen und den Verein ins Vereinsregister eintragen zu können.

Der Holzhacker- und Flößerverein hat sich stets beteiligt, wenn es um das brauchtümliche Jahr in Lenggries mit seinen Festen oder um die Ausgestaltung besonderer Ereignisse ging. Bei der Einweihung der Bretonenbrücke 1982 führte der Verein eine vielbeachtete Floßfahrt durch, ebenso beim 20-jährigen Jubiläum der Brücke im Jahr 2002. In dem Ende Juli 2004 eröffneten Lenggrieser Heimatmuseum steht eine von Toni Merk eingebaute Floßattrappe samt Flößer in der Berufskleidung.
Bei den "Köhlertagen" des Handwerkervereins im Mai 2005 führte man auf einer Schau-Riese die Holzbringung im Bergwald vor. Das bislang letzte Meisterstück bildet der im Oktober 2007 aufgestellte, der alten Holzstatue nachempfundene, steinerne Brückenheilige Johannes von Nepomuk an der Isarbrücke. 

 

Mit seinen Aktivitäten belebt der Verein die Gemeinde insgesamt. Seit eine Abordnung im September 1992 in Venedig als Mitunterzeichner bei der Gründung der Internationalen Flößervereinigung aufgetreten ist, haben die Verantwortlichen alle Jahre wieder ihre Sache und damit auch ihre Gemeinde auswärts vertreten. Dies führte dazu, dass 2007 - für viele Flößer in und um Deutschland ein Deutscher Flößertag stattfand. 

Aus diesem Anlass wurde eine Sonderausstellung im Lenggrieser Heimatmuseum eröffnet. Den Flößertag im Mai besuchten rund 200 Gäste und folgten Vorführungen über die Holzbringung im Bergwald und den traditionellen Floßbau. Angel Portet, der Vorsitzende der Internationalen Flößervereinigung, riet Lenggries, sich um das Prädikat "Flößerdorf" zu bewerben. Dies beschloss der Gemeinderat im Juni 2008.

Das Prädikat "Flößerdorf" wurde dann im Januar 2009 an Lenggries verliehen.

 

Vom 16. bis 19. Juni 2016 fanden die Internationale Flößertage in Lenggries statt.

 

Vorstandschaften

Jahr

 

Vorsitzende
(1. und 2.)
Kassier
(1. und 2.)
Fahnenjunker
(Holzer)
Fahnenjunker
(Flößer)

Schriftführer

 

1952-1959

 

Th. Bocksberger

Nikol.Drexler

Dionys Heiß

Hans Kraus

   

Kaspar Kiefersauer

 

1959-1965

 

Th. Bocksberger

Georg  Willibald

Hans Kraus

 

   

Xaver Laschinger

 

1966-1974

 

Andr. Saktjohanser

Georg Willibald

G. Hohenwieser

 

   

Xaver Laschinger

 

1974-1981

 

Kaspar Merk

X. Laschinger

Dionys Heiß

 

Georg Berger

 

Toni Merk

 

G. Hohenwieser

 

1981-1989

 

Kaspar Merk

X. Laschinger

Dionys Heiß

 

J. Wiedemann

 

 

F. Reiser

 

1989-1992

 

Kaspar Merk

Hans Schöttl

Georg Ertl

 

   

M. Mederle

 

1992-1995

 

M. Mederle

H. Schöttl

Georg Ertl

 

J. Wiedemann

 

T. Merk

 

S. Oettl

 

1995-1998

 

M. Mederle

A. Baumgartner

Georg Ertl

 

J. Wiedemann

 

T. Merk

 

  

  

1998-2004

 

M. Mederle

A. Baumgartner

J. Wasensteiner

 

J. Wiedemann

 

G. Ertl

 

S. Oettl

 

2004-2007

 

M. Mederle

A. Baumgartner

J. Wasensteiner

Georg Schöttl

J. Wiedemann

 

G. Ertl

 

S. Oettl

 

2007-2013

 

M. Mederle

A. Baumgartner

Georg Schöttl

J. Wasensteiner

J. Wiedemann

 

Josef Willibald

 

S. Oettl

 

2013-2017

 

M. Mederle

F. Stöckner

Georg Schöttl

 

J. Wiedemann

 

Josef Willibald

 

M. Lentile

 

2017-

 

Josef Wiedemann

Hans Grasmüller

Georg Schöttl

 

A. Hohenreiter

 

Josef Willibald

 

M. Lentile

 

 

Mitgliederentwicklung

1966 knapp 500
1974 rund 350
1983 rund 330
1992 367
2001 424
2017 403

 

Ehrenvorstände

1965 Thomas Bocksberger
1993 Kaspar Merk  (+)

 

Ehrenmitglieder

1984

 

Franz Xaver Taubenberger  (+)

1985

 

Georg Hohenwieser
Dr. Kaspar Seibold   (+)

2004

 

Anton Merk

Hans Schöttl  (+)

 

Flößerlied

 

 

Nur noch einmal in meinem Leben

meine Heimat möcht' ich sehn,

nur noch einmal am heit'ren Ufer

auf der Isarbruck'n möcht' ich stehn.

 

Da kommen Flößer, gar lustige Leut

man hört sie jodeln schon von weitem

 

Jodler:              ....d'Lenggrieser san do

 

Seht was dort für Leute wohnen

oh wie herrlich, o wie guat,

auf der Stirne kannst du's lesen,

was das Herz sich denken tuat.

 

Ein Lenggrieser ist's gewesen

auf seinem Grabstein kannst du's lesen.

 

Jodler:              ....heut' schlafst bei mir

 

Wir sind geschieden von einander,

denn es kann nicht anders sein.

Zu meinem Schatz, da möcht' ich wandern,

bei meinem Schatz da möcht'ich sein.

 

Wir singen Lieder, hin und wieder

bis die Posaun' erschallt zum letzten mal.

 

Jodler:              ....Schatz leb wohl

 

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